Spitzenspiel wird zum Krimi – „Zweite“ erkämpft Remis in Rheda

16. November 2014

Als Schiedsrichter Candido Castanho um 16:20 Uhr das Spiel zwischen dem Tabellendritten Vfl Rheda und unserem Tabellenführer aus Rietberg abpfeift, herrscht Ungewissheit. Ein Punkt gewonnen, zwei Punkte verloren? Als alle Gemüter nach einer hitzigen und nervenaufreibenden Partie dann wieder beruhigt waren und sich die Spieler am Mittelkreis die Hand gaben, die Erkenntnis: Diesen Punkt nehmen wir gerne mit nach Rietberg zurück. Leon Pollmeier und Patrick Schlüter sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der VfL weiterhin auf Distanz gehalten werden konnte und auch Grün-Weiß Varensell unterlag zu Hause der sich immer mehr zum Favoriten-Schreck mausernden Westfalia aus Neuenkirchen.

 

Aufgrund der Spielabsage unserer ersten Mannschaft standen Trainer Winie Paehler und Christian Rump mit Florian Descher, Felix Brokbals und Lukas Ottemeier gleich drei Nachwuchs-Akteure aus dem Bezirksliga-Team zur Verfügung. Auch Marc Trivisani rutschte nach abgesessener Rot-Sperre wieder in die Start-Formation, sodass man sich gewappnet sah für die unangenehme Auswärts-Begegnung bei den heimstarken Rhedaranern. Von Beginn an entwickelte sich auf dem nassen Kunstrasen eine temporeiche Partie, die jedoch auch durch zahlreiche Ungenauigkeiten im Aufbauspiel auf beiden Seiten gekennzeichnet war.

 

Als sich dann die anfängliche Nervosität gelegt hatte, schlug der Spitzenreiter in Form von Leon Pollmeier prompt zu. Nach Querpass von Felix Brokbals vollendete der Kapitän freistehend nach 10 Minuten zur frühen Gäste-Führung, die der Viktoria die nötige Sicherheit verleihen sollte. Doch entgegen aller Erwartungen war es nun der Gastgeber aus Rheda, der fortan das Spiel bestimmte. Die Viktoria konnte nur sehr selten ihre schnellen Flügelspieler in Aktion bringen, sodass der VfL in der Folge die größeren Spielanteile zu verbuchen hatte. Kurz vor der Halbzeit dann der Ausgleich zu einem psychologisch enorm ungünstigen Zeitpunkt durch Tolunay Basigit.

 

In der Pause musste Rietberg dann umstellen. Innenverteidiger Christian Sandbothe, stark Gelb-Rot gefährdet, blieb in der Kabine und Patrick Schlüter kam in die Partie. Doch erst einmal lagen die Spielanteile weiterhin auf Seiten des Gastgebers. Wiederum Tolunay Basigit brachte den VfL nach 65. Spielminuten in Front und brachte die Viktoria in eine schwierige Situation. Wie würde der Tabellenführer mit diesem Rückstand umgehen? Die Antwort gab der eben genannte Patrick Schlüter. Eine Viertelstunde vor Schluss scheitert die Viktoria im ersten Versuch vor dem Gehäuse der Heimmannschaft, doch im Nachsetzen egalisiert Schlüter den Rückstand und gleicht zum 2:2 aus.

 

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal ein echter Krimi. Auf beiden Seiten ergaben sich hochkarätige Tor-Chancen, Lukas Ottemeier hatte den Sieg auf dem Fuss und Marc Trivisani wurde im Strafraum elfmeterwürdig von den Beinen geholt. Doch an diesem Tag sollte es sich nicht der 13. Sieg im 14. Spiel sein, dafür kam man zu der positiven Erkenntnis, dass man auch bei Rückstand die Nerven unter Kontrolle hat und sich durch eine Menge Moral gegen den wohl stärksten Gegner in dieser Spielzeit wieder in eine Begegnung reinkämpfen kann.

 

Aufgrund des Feiertages Totensonntag ist am nächsten Wochenende auf allen Amateur-Plätzen spielfrei.

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